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REDAKTIONELLE PRINZIPIEN

Die Stärke der Sprache muss der Stärke der Evidenz entsprechen.

1. Ein Befund ist keine Interpretation

Wir trennen Beobachtung, Deutung und begründete Schlussfolgerung.

2. Korrelation ist nicht automatisch Kausalität

Beobachtete Zusammenhänge werden als Zusammenhänge beschrieben. Kausale Sprache setzt ein geeignetes Design und tragfähige Evidenz voraus.

3. Quellen haben unterschiedliches Gewicht

Wir bevorzugen Primärdokumente, systematische Reviews, Metaanalysen, gute Fachstudien und amtliche Statistik. Viele Links ersetzen keine Qualität.

4. Eine Zahl braucht ihre Basis

Wir nennen Population, Zeitraum und Land sowie gegebenenfalls absolute und relative Änderung. Modell, Schätzung, Szenario und Messung sind keine Synonyme.

5. Ein Titel darf nicht weniger wahr sein als der Artikel

Ein starker Titel kann auf einem Paradox oder einer präzisen Frage beruhen, nicht auf einem unbelegten Superlativ.

6. Wir benennen Grenzen

Wichtige Analysen erklären, was die Evidenz stützt, was nicht und welche künftigen Daten die Hauptthese schwächen würden.

7. Korrekturen bleiben sichtbar

Erstveröffentlichung und Aktualisierung bleiben getrennt. Wesentliche sachliche Korrekturen erscheinen im Korrekturverlauf.

8. Eine Metapher ist kein Mechanismus

Wir erklären anschaulich, ohne ein Bild als neurowissenschaftlichen, psychologischen oder rechtlichen Test auszugeben.